Die Agenda 2030 verbindet uns

Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung 17 Ziele

  • Ziel 1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
  • Ziel 2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.
  • Ziel 3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.
  • Ziel 4. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.
  • Ziel 5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
  • Ziel 6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten.
  • Ziel 7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern.
  • Ziel 8. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern.
  • Ziel 9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen.
  • Ziel 10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern.
  • Ziel 11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
  • Ziel 12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen.
  • Ziel 13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen.
  • Ziel 14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • Ziel 15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
  • Ziel 16. Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.
  • Ziel 17. Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen.

Die 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung

Im Mittelpunkt der Agenda 2030 stehen die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Sie bestehen aus einem Katalog von 17 Oberzielen und 169 Zielvorgaben. Die SDGs basieren auf den universellen Menschenrechten. Sie decken sowohl die soziale, ökologische und ökonomische Dimensionen nachhaltiger Entwicklung ab als auch die Bereiche Frieden und internationale Zusammenarbeit.

Die SDGs sind universell gültig sind. Sie betonen die Notwendigkeit der Veränderungen im eigenen Land – verlieren aber gleichzeitig die internationale Verantwortung der reichen Länder nicht aus den Augen.

Die SDGs betreffen damit auch die deutsche Politik in dreifacher Hinsicht:

Erstens: Die SDGs betreffen die interne Situation Deutschlands. Hierzu gehören zum Beispiel Ziele, die sich aus den menschenrechtlichen Verpflichtungen ableiten – etwa in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung. Beispiele sind die Halbierung des Anteils der Armen in Deutschland und die Verringerung des Anteils der Jugendlichen ohne Schulabschluss.

Zweitens: Einige Ziele der 2030-Agenda beziehen sich auf die externen Effekte der deutschen Politik und Wirtschaft. Sie erfordern innenpolitische Maßnahmen, die auch unmittelbare Auswirkungen für Menschen in den Ländern des Südens haben. Hierzu zählen Ziele zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, zur Veränderung nicht nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen, aber auch zum Umgang mit Migrant/-innen.

Drittens: Der SDG-Katalog enthält schließlich Ziele, die die internationale Verantwortung und Solidarität Deutschlands ansprechen. Die entsprechenden Zielvorgaben betreffen neben den klassischen entwicklungspolitischen Verpflichtungen (Stichwort 0,7-Prozent-Ziel) alle Bereiche globaler Strukturpolitik (Handel, Investitionen, Finanzsysteme usw.).

SDGs: Keine Maximalziele, sondern Kompromisse

Die SDGs sind keine Maximalziele. Sie sind der teilweise widersprüchliche Kompromiss eines diplomatischen Aushandlungsprozesses zwischen den 193 Mitgliedsstaaten der UN. Es steht jedem Land frei, über die SDGs hinaus zusätzliche Ziele oder ambitioniertere Zielvorgaben zu definieren. Dies gilt auch für Deutschland.

Aber die 2030-Agenda ist mehr als nur ein Katalog von Entwicklungszielen. Die Regierungen waren sich grundsätzlich einig: in der neuen Agenda können sie nicht nur die gemeinsamen Ziele für die kommenden 15 Jahre formulieren – sie müssen auch gleichzeitig die Mittel und Wege beschreiben, um diese Ziele zu erreichen. Umstritten blieb allerdings bis zuletzt, welche Mittel dies sein sollen und wer für Ihre Bereitstellung verantwortlich ist.

Druck der Zivilgesellschaft ist entscheidend

Die politische Relevanz der 2030-Agenda wird sich darin beweisen, ob die Nachhaltigkeitsstrategien von Bund und Ländern auch die Mittel zur Umsetzung der Agenda und ihrer Ziele zur Verfügung stellen. So wie die SDGs mit ihrem mehrdimensionalen Ansatz alle Politikfelder betreffen, muss auch ihre Umsetzung im Sinne einer Gesamtstrategie zur Aufgabe aller Ressorts gemacht werden. Ob dies gelingt, wird auch davon abhängen, in welchem Maße Zivilgesellschaft und Medien die SDGs als Referenzrahmen nutzen, sie in der deutschen Öffentlichkeit bekannt machen und kontinuierlich von der Politik ihre Verwirklichung einfordern.

Wo stehen wir heute: Nachhaltigkeitsbericht 2018

Am 25. September 2018 – genau drei Jahre nach Verabschiedung der Agenda 2030 veröffentlichte ein Bündnis von neun Verbänden, Organisationen und Gewerkschaften, die dritte Ausgabe des Berichts „Deutschland und die globale Nachhaltigkeitsagenda“.

Nachdem sich die Vorgänger-Berichte in den Jahren 2016 und 2017 vor allem damit auseinandergesetzt hatten, ob bzw. wie Deutschland einen Beitrag zur Umsetzung der SDG (nicht) leistet, steht 2018 die Frage im Vordergrund, was an nachhaltiger Politik bereits möglich und Realität ist – etwa in Form von zivilgesellschaftlichen Initiativen und Programmen, aber auch Politikkonzepten auf kommunaler Ebene und in anderen Ländern.

Fünf Forderungen an die Politik

Der Bericht formuliert fünf Forderungen an Bund, Länder und Kommunen in Deutschland:

  1. Endlich politischen Willen aufbringen!
  2. Spielräume der Zivilgesellschaft schützen und erweitern!
  3. Zivilgesellschaft als Impulsgeberin und Beraterin für eine kohärente Politik ernst nehmen!
  4. Recht durchsetzen, Rahmenbedingungen schaffen und vereinfachen!
  5. Finanzielle Unterstützung sichern!

Weiterführende Informationen gibt es hier.