Klimaprotest – Klimastreik am 24. September 2021

AlleFürsKlima“ | Klimastreik mit Greta Thunberg und Luisa Neubauer – Berlin 24.9.2021

Die Aktivisten und Aktivistinnen von Fridays for Future rufen am Freitag, den 24.09.21, zu ihrem achten weltweiten Protest für mehr #Klimaschutz auf.

Weltweit sind mindestens 1400 Klimastreiks und Aktionen geplant – das teilte die Umweltschutzorganisation am Donnerstag mit. Zentrale Forderung der Aktivisten sind verstärkte Klimaschutzmaßnahmen, die den Temperaturanstieg noch auf eineinhalb Grad begrenzen. Kurz vor der Bundestagswahl wollen die Klimaschützer auch in Deutschland ein deutliches Zeichen setzen und die Menschen für das Thema sensibilisieren. In #Berlin war die Initiatorin der Bewegung, die Schwedin #GretaThunberg, zu Gast. Sie trat gemeinsam mit der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer auf.

Greta Thunberg im Interview | ZDFheute live 64.074 Aufrufe – Live übertragen am 24.09.2021

Die Klimabewegung «Fridays for Future» ruft zum achten internationalen Klimaprotesttag auf. Zwei Tage vor der Bundestagswahl soll es allein in Deutschland an mehr als 400 Orten Kundgebungen und Demonstrationen geben, wie «Fridays for Future Germany» ankündigte. In Berlin sind nach Angaben der Polizei 20.000 Menschen für eine Demonstration im Regierungsviertel angemeldet. Mit dabei auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Hier spricht sie im Live-Interview mit „ZDFheute live“. Außerdem mit dabei ZDF-Terra X-Moderator Harald Lesch und Professor Karen Pittel vom ifo-Institut.

00:00 Vorspann 01:55 Klimastreik in Berlin 10:58 Einschätzungen Prof. Lesch & Prof. Pittel 14:05 Forderungen Fridays for Future 18:00 Klimaziele der Parteien 25:10 Rede Greta Thunberg 42:38 Interview Greta Thunberg 53:25 Einordnungen Prof. Lesch & Prof. Pittel

Steuern: Wer soll entlastet bzw. stärker belastet werden? Zweiteilung der Parteienlandschaft!

Von Cerstin Gammelin und Alexander Hagelüken

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundestagswahl-wahlprogramme-steuerpolitik-1.5347154 – Juli 2021, 13:28 Uhr

Bundestagswahl: Steuerrechnungen heizen Wahlkampf an

Die Steuer- und Sozialpläne der Parteien belasten Arm und Reich unterschiedlich stark. Das zeigt eine Analyse im Auftrag der SZ. Prominente Politiker setzen die Ergebnisse sogleich im Wahlkampf ein.

Die erstmalige Finanzanalyse der Parteipläne facht den Wahlkampf 2021 an, der bisher wenig von Sachfragen geprägt war. „Die Berechnungen zeigen eine bemerkenswerte Zweiteilung der Parteienlandschaft“, urteilt der Wirtschaftsweise Achim Truger. „Union und FDP wollen Besserverdienende und Reiche entlasten. SPD, Grüne und Linke dagegen fordern oberen Einkommen etwas mehr ab, um die Mitte der Gesellschaft und Geringverdiener finanziell besser zu stellen.“

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat für die Süddeutsche Zeitung berechnet, wie sich die Steuer- und Sozialpläne der Parteien zur Wahl finanziell auf einzelne Bürger auswirken. Dabei zeigen sich große Unterschiede. Prominente Politiker setzen die Ergebnisse sogleich im Wahlkampf ein. „Unser Ziel ist es, das Steuersystem gerechter zu machen“, sagt SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. „Wir wollen die Steuern für mehr als 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger senken. Damit werden niedrige, mittlere und auch ganz gute Einkommen entlastet.“

Bundestagswahl – Wer von den Plänen der Parteien finanziell profitiert – und wer nicht

Die Vorschläge von SPD und Grünen sowie Union und FDP unterscheiden sich überraschend stark. Das zeigt erstmals eine große Rechnung. Eine Recherche mit Grafiken.

„Die CDU interessiert sich nicht für Geringverdienerinnen, für die Reichsten dafür umso mehr“, erklärt Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag. „Setzt sich die Union durch, dann wächst die Kluft zwischen Arm und Reich weiter“, fügt Bundesgeschäftsführer Michael Kellner hinzu.

Laschet und Söder wollten sich bislang nicht äußern

Die Union blieb ungewöhnlich zurückhaltend. Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und CSU-Chef Markus Söder wollten sich zunächst auf Anfrage nicht zu den Berechnungen äußern. Diese zeigen etwa, dass die Vorschläge von Union und FDP die Ungleichheit in Deutschland erhöhen, während die Pläne von SPD, Grünen und Linken sowohl Ungleichheit wie Armutsrisiko senken.

„Seit der Jahrtausendwende steigt die Ungleichheit der Einkommen stark an“, sagt der Ökonom Achim Truger. „Die Politik verteilte steuerrechtlich von unten nach oben um. Beides sollte korrigiert werden. Eine Steuerreform sollte obere Einkommen etwas mehr belasten und untere weniger.“ Claudia Kemfert, Ökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bezeichnete die Rechnungen auf Twitter als „interessante Analyse“.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch erklärt: „Wir wollen die wahren Leistungsträger des Landes – die Krankenschwester, den Paketboten oder den Busfahrer – entlasten. Für die, die das Land am Laufen halten, haben Union und FDP steuerlich nichts zu bieten. Im Gegenteil: Für Normalverdiener könnte Armin Laschet ein sehr teurer Kanzler werden.“ Mit Blick auf ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis nach der Wahl sagt er, es sei gut, dass SPD und Grüne kleine und mittlere Einkommen entlasten wollten. Sie müssten aber noch mehr gegen steigende Energiekosten tun. „Ein Mitte-Links-Bündnis müsste eine Regierung sein, die die Mehrheit entlastet und vor steigenden Kosten schützt.“

Die FDP hält an ihren Steuerplänen fest

Der Ökonom Andreas Peichl kritisiert die Linken-Pläne, den Spitzensatz der Einkommensteuer auf bis zu 75 Prozent zu erhöhen: „Eine Erhöhung über 50 Prozent ist aus Effizienzgründen nicht sinnvoll“, so der Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik.

„Die Freien Demokraten wollen alle Einkommensgruppen gleichermaßen entlasten. Seien es Singles, Alleinerziehende, Ehepaare mit oder ohne Kind, Selbständige oder Unternehmer“, wiederholte FDP-Generalsekretär Volker Wissing auf Nachfrage die bekannten Positionen seiner Partei. Die Berechnungen des ZEW zeigen allerdings etwas anderes: Demnach stellen die Pläne der FDP Gutverdiener ab 8000 Euro brutto im Monat prozentual bis zu sechs Mal besser als kleinere und mittlere Einkommen.

Ihren Steuerplan will die FDP nicht überarbeiten. Wissing kritisierte stattdessen, dass die ZEW-Berechnungen nicht berücksichtigten, dass der von SPD, Grünen und Linken vorgeschlagene Mindestlohn von zwölf Euro Arbeitslosigkeit erzeugen könne – und auch nicht, dass Entlastungen die Wirtschaft durch höhere Kaufkraft beleben könnten. Solche Effekte lassen sich jedoch ökonomisch kaum detailliert in Berechnungen voraussagen. Sie sind auch nicht nachgewiesen. Schon bei der Einführung des Mindestlohns in Deutschland etwa warnten FDP-Politiker, dies fördere Arbeitslosigkeit – die Arbeitslosenraten jedoch gingen in den folgenden Jahren zurück.

Bei der FDP und bei der Union stellt sich zudem die Finanzierungsfrage. Sie bekennen sich zur Schuldenbremse, wollen Steuererhöhungen ausschließen und so schnell wie möglich zur schwarzen Null zurückkehren. Die Mehrausgaben von über 30 Milliarden Euro aus ihren Steuer- und Finanzplänen wollen sie durch schnelleres Wachstum erreichen.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz kennt als Bundesfinanzminister die finanzielle Lage aus nächster Nähe. „Wir haben 400 Milliarden Euro Kredite für den Bundeshaushalt zusätzlich aufgenommen, um unter anderem Unternehmen in der Pandemie zu stützen. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit, die Steuern für gewinnträchtige Unternehmen zu senken. Steuersenkungen im Umfang von 30 Milliarden Euro für sehr gut verdienende, meist große Unternehmen, wie CDU/CSU sie vorschlagen, gehen da nicht. Damit isoliert sich die Union auch international, wir sorgen gerade für eine globale Mindestbesteuerung für Konzerne.“

Nachzutragen ist, dass die ZEW-Berechnungen zur Vermögensteuer der Linken auf dem Entwurf des Wahlprogramms basieren, der zu diesem Zeitpunkt auf der Website abrufbar war. Die Linke beschränkt in der endgültigen Fassung des Wahlprogramms den hohen Steuersatz von fünf Prozent auf Vermögen ab 50 Millionen Euro und nicht schon ab einer Million Euro.

Ausgeliefert? Warentransport und Arbeitsteilung im Kapitalismus

Ausgeliefert? Warentransport & Arbeitsteilung im Kapitalismus | N. Grotefendt & T. Rudhof-Seibert –

Live übertragen am 10.12.2020

Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Der utopische Raum“ mit: Nelly Grotefendt, Thomas Rudhof-Seibert und Stephan Hebel

Frankfurt am Main, der Standort des größten deutschen Flughafens, ist (beziehungsweise war vor Corona) nicht nur ein Drehkreuz des internationalen Reiseverkehrs. Mit etwa zwei Millionen Tonnen Luftfracht pro Jahr ist er sogar in Europa führend und stellt damit ein wichtiges Glied internationaler Lieferketten dar. Damit profitiert Rhein-Main direkt von der globalen Arbeitsteilung bei Produktion und Logistik, die wegen des verbreiteten Dumpings bei humanitären, sozialen und ökologischen Standards im globalen Süden scharfer Kritik ausgesetzt ist – siehe zum Beispiel die aktuelle Debatte über ein Lieferkettengesetz.

Wo liegen die wichtigsten Probleme dieser Form kapitalistischer Arbeitsteilung? Kann staatliche Regulierung Abhilfe schaffen? Sind regionale(re) Wirtschaftskreisläufe ein Allheilmittel, oder würden auch sie auf Kosten von Menschen im globalen Süden gehen? Brauchen wir vollkommen neue, globale Regeln für die internationalen Produktions- und Lieferketten?

Diese Fragen diskutieren Nelly Grotefendt, Handelsexpertin vom „Forum Umwelt und Entwicklung“ in Berlin, und Thomas Rudhof-Seibert, Referent für Menschenrechte bei medico international, im Rahmen der Reihe „Der utopische Raum im globalen Frankfurt“, die von der stiftung medico international in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung und der Frankfurter Rundschau (FR) veranstaltet wird. Es moderiert FR-Autor Stephan Hebel.

Grundzüge einer solidarischen Globalisierung

Die (Re)konstruktion der Welt. Hilfe. Solidarität. Politik.

Vortrag von Thomas Gebauer (Psychologe, stiftung medico international, Frankfurt)

Die Online-Konferenz „Die (Re)Konstruktion der Welt. Grundzüge einer solidarischen Globalisierung“ https://www.youtube.com/watch?v=cscmJ52Dkow

fand vom 12. bis zum 14. Februar 2021 statt und wurde von medico international e. V. in Kooperation mit dem European Center for Constitutional and Human Rights, der Friedrich Ebert Stiftung, der Goethe Universität Frankfurt, dem Institut für Sozialforschung Frankfurt, dem International Institute of Political Murder und der Rosa Luxemburg Stiftung veranstaltet.

Eine Konferenz nicht nur zur miserablen Lage der Welt, sondern auch und vor allem zu den Möglichkeiten ihrer Rekonstruktion zu einem Ort, den zu bewohnen sich endlich lohnen wird. In Vorträgen und Foren geht darum, das Verhältnis von Hilfe, Solidarität und Politik aus dem Versprechen zu bestimmen, das wir uns in der Erklärung der Menschenrechte selbst gegeben haben: Das Versprechen einer globalen und sozialen Ordnung, in der die uns allen zuerkannten Rechte voll verwirklicht wären.

Thomas Gebauer ist Sprecher der Stiftung medico. Von 1996 bis 2018 war er Geschäftsführer von medico international. Als Zivildienstleistender ist er Ende der 1970er Jahre zu medico gekommen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Fragen der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik und die sozialen Bedingungen globaler Gesundheit. Der Psychologe erhielt 2014 die Goethe-Plakette, mit der die Stadt Frankfurt Persönlichkeiten des kulturellen Lebens würdigt.Er war 1991 Mitbegründer der später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten „Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen.

Mehr zur Konferenz „Die (Re)Konstruktion der Welt“ findet man hier

Rosa Luxemberg – Biografien

Ernst Piper legte zum 100. Todestag von Rosa Luxemburg 2019 eine vielbeachtete Rosa-Luxemburg-Biografie vor.

Am 13. Januar 2019 sprach Ernst Piper im Deutschlandfunkt über seine neue Rosa-Luxemburg-Biografie„Ihre Gedanken sind sehr aktuell“ mit Simone Müller.

Ernst Piper kommt aus einer berühmten Münchener Verlegerfamilie. Er wurde Historiker und arbeitet heute auch als Literaturagent. Ernst Piper habilitierte sich an der Universität Potsdam mit einer Biografie über den Nazi-Chefideologen Alfred Rosenberg.

Ulmer Modell: Kontrolle über die Grundstückspreise

Quelle: taz vom 22.8.2021, Auszüge https://taz.de/Ulmer-Wohnungspolitik/!5789951/

Benno Stieber

taz-Korrespondent BaWü

Ulmer Wohnungspolitik: Konsens statt Enteignung

„Ulm hat die Kontrolle über die Grundstückspreise in einem Drittel der Stadt erlangt. Dank „Ulmer Modell“ sind auch die Mieten niedriger als anderswo.

ULM taz | Bagger wirbeln Staub auf, die Kräne kreisen hoch über Ulm. Am Weinberg, unterhalb der Universität, entsteht ein neues Wohnviertel. Blick über die Stadt, viel Grün drumherum, acht Minuten mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof. Acht Hektar wertvolles Bauland also, das die Stadt da vom Bund zurückbekommen hat, als die Hindenburg-Kaserne der Bundeswehr geschlossen wurde. In anderen Städten hätte man ein solches Areal an höchstbietende Baulöwen versteigert, für Luxuswohnungen, vielleicht mit ein paar Auflagen zur Quartiersentwicklung.

Anders in Ulm. Hier hat die Stadt ein Wohnkonzept erarbeitet, das einen sozialen Mix und klimagerechte Energieversorgung garantiert. Die vier Unternehmen, die den Zuschlag erhalten haben, die städtische Ulmer Wohnungsbaugesellschaft UWS und die Genossenschaft Ulmer Heimstätte sowie zwei private Bauträger, sind die Sieger in einem anonymen Wettbewerb. Jetzt entstehen 900 Wohnungen, bei 30 Prozent von ihnen werden die Mieten gefördert wird. Dazu Dachbegrünung, Solarstrom und Heizung mit Fernwärme.

….. Baugrundbevorratung, das ist das Zauberwort für das Ulmer Modell und zwar schon seit über 100 Jahren. Es bedeutet, dass die Stadt systematisch Baugrund zu einem festgelegten Preis kauft und nur als Ganzes bebauen lässt. Um Bodenspekulation zu vermeiden, darf ein von der Stadt erworbenes Grundstück nie unbebaut an Dritte weiterverkauft werden.

Wird nicht gebaut, muss es zum gleichen Preis an die Stadt zurückgehen. Die Stadt behält somit die Kontrolle über den Preis und darüber, was und wie gebaut wird. 16 Millionen Euro hat Ulm in jedem Haushaltsjahr für Grundstücksankäufe im Haushalt vorgesehen. Gewinn aus Baugrundverkäufen fließen nicht in den allgemeinen Stadtsäckel, sondern stehen dem Liegenschafts­amt für neue Käufe zur Verfügung.

Mit dieser Strategie hat die Stadt Kontrolle über die Grundstückspreise in etwa einem Drittel des Stadtgebiets erlangt.“

Den kompletten Artikel kann man hier lesen: https://taz.de/Ulmer-Wohnungspolitik/!5789951/

Was die Pentagon-Datenbanken über Afghanistan verraten

Quelle: Radio FM4 https://fm4.orf.at/stories/3017417/

Auszüge aus einem Artikel von Von Erich Moechel 

Was die Pentagon-Datenbanken über Afghanistan verraten

„Seit dem Abschluss des infamen „Friedensabkommens“ der Trump-Regierung mit den Taliban Anfang 2020 gingen noch 300 Millionen Dollar an die afghanische Luftwaffe. Ein Lagebericht von Ende 2020 wirft ein Schlaglicht auf die „Kampfbereitschaft“ der afghanischen Armee.

Der Bericht zur Erhöhung der Sicherheit und Stabilität in Afghanistan wurde dem Verteidigungsausschuss im US-Kongress Ende 2020 vorgelegt. Dieser Report überstreicht die Zeit von Juni bis 31. Oktober des Jahres, er wurde also nach den Präsidentschaftswahlen im November erstellt. Der Lagebericht ist wie alle anderen in Folge zitierten Dokumente mit einer einfachen Stichwortsuche in der Contractors-Datenbank des US-Department of Defense zu finden.

… Während der vergangenen sechs Monate – also ab dem Sommer 2020 – seien die Auseinandersetzungen durchwegs über dem saisonalen Schnitt gelegen, heißt es einleitend in dem Report. „Die Taliban führten zahlreiche direkte Angriffe gegen die Checkpoints der afghanischen Verteidigungs – und Sicherheitskräfte aus, außerdem waren sie für viele andere Attacken auf die kritische Infrastruktur verantwortlich.“

Und weiter: „Bemerkenswerterweise gingen die Angriffe gegen Personal der US-Streitkräfte und der Alliierten Koalition in diesem Zeitraum zurück. Das ist hauptsächlich auf die Absprachen in der Vereinbarung zwischen den USA und den Taliban zurückzuführen“. Die afghanische Regierung war in diese Verhandlungen übrigens nicht eingebunden.

Das heißt, die Trump-Regierung hatte einen Vertrag mit den Kommandeuren der Taliban unterschrieben, der offensichtlich nur eine einzige Verpflichtung für die Taliban enthielt: US-Truppen dürfen während ihres Abzugs nicht angegriffen werden. Die afghanische Armee und die Polizeikräfte betraf diese Vereinbarung klarerweise nicht.

Während die US-Soldaten nicht mehr angegriffen wurden, setzte sich das große Sterben ihrer afghanischen Verbündeten bis zum Ende der Kampfhandlungen beschleunigt fort. Am Ende waren laut AP 66.000 afghanische Soldaten und Polizisten gefallen und mehr als 47.000 afghanische Zivilisten waren tot. Die USA und ihre NATO-Verbündeten in Afghanistan – letztere waren in die Verhandlungen mit den Taliban ebenfalls nicht einbezogen – hatten insgesamt 7.000 Tote zu beklagen.“

Eine gefährliche Mission: Unterwegs mit den Taliban in Afghanistan

 
 

Eine gefährliche Mission: Unterwegs mit den Taliban in Afghanistan 1.322.540 Aufrufe – 26.02.2021

Sie führen Krieg im Namen des Islam. Afghanistans Taliban sind zurück – 20 Jahre nach ihrer Entmachtung durch die USA und ihre Verbündeten. Ein ZDF-Team hat die Kämpfer begleitet. Eine lebensgefährliche Mission in einer Region, die fast vollständig unter Kontrolle der Taliban steht – so wie inzwischen fast die Hälfte des Landes.

Drei Tage in der Region Ghazni – es ist vielleicht die vorläufig letzte Gelegenheit für einen deutschen Fernsehsender, einen kleinen Einblick in das Regime der Taliban zu bekommen. Die Kämpfer haben der Welt ein Ultimatum gestellt: Sollten die internationalen Truppen nicht im Mai aus Afghanistan abziehen, drohen sie mit Krieg – auch gegen deutsche Soldaten.

Das ZDF-Team trifft die Taliban auf der wichtigsten Verbindungstraße von Kabul in den Süden Afghanistans – es ist ein Schlachtfeld. Immer wieder sprengen die Aufständischen Autos in die Luft, wer hier unterwegs ist, muss fürchten, angegriffen zu werden. Zwei Kämpfer fahren voraus, nur in Begleitung der Taliban und mit ihrem Einverständnis können sich Journalisten hier fortbewegen.

Ein Mann namens Mansoor hat das Treffen organisiert: Er ist der Pressesprecher der Taliban in Waghaz. Die Gruppe hat das ZDF eingeladen – es ist beklemmend, ihnen dann tatsächlich gegenüber zu stehen. Sie gelten als eine der gefährlichsten Terrororganisationen der Welt. Deren Kämpfer wissen um die Macht der Bilder, sie inszenieren sich als Gotteskrieger – so soll die Welt sie sehen. Die Reportage liefert Einblicke in den Alltag des Taliban-Regimes: Frauen, die vor den Augen der Öffentlichkeit versteckt gehalten werden. Kinder, die nur ein Unterrichtsfach kennen: den Koran. Taliban-Kämpfer, die sich als Wächter der Dorfgemeinschaft über Gesetz und Ordnung stellen.

Die Regierung in Kabul hat in fast der Hälfte des Landes nichts zu sagen. Dieser haben die Menschen in den ländlichen afghanischen Provinzen schon immer misstraut – seit Jahrhunderten leben sie von der Landwirtschaft, die kargen Ernten reichen kaum zum Überleben. 20 Jahre Aufbauhilfe des Westens in Milliardenhöhe – hier ist davon nur wenig angekommen. Wie die Menschen in den von den Taliban kontrollierten Gebieten zu den Aufständischen stehen, ist schwer zu sagen:

Das ZDF-Team wird von den Taliban nicht aus den Augen gelassen, keiner der Dorfbewohner kann frei sprechen – selbst wenn er wollte. Wie wird Afghanistans Zukunft aussehen? Es steht viel auf dem Spiel, wenn die USA und ihre Verbündeten entscheiden: abziehen oder bleiben?

Der afghanische Kameramann und Journalist Nesar Fayzi hat diese gefährliche Reise unternommen. Er berichtet seit 2017 regelmäßig aus Afghanistan für das ZDF.


Afghanistan: Inside Taliban | Weltspiegel

182.069 Aufrufe – 10.11.2020 –#Weltspiegel vom 8. November 2020
 
Die Taliban kontrollieren wieder einen großen Teil Afghanistans. Die Regierung hält nur noch einige Provinzzentren sowie die Hauptstadt Kabul. Und die USA ziehen ihre Truppen ab. Eine Reise durch ein vom Krieg gezeichnetes Land.
 

Auf der Todesliste der Taliban: Wie afghanische Frauen sich auflehnen | #trending

645.273 Aufrufe – 30.06.2021 –
 
Afghanistans Frauen leben in Angst: 20 Jahre nach dem die Taliban besiegt wurden, bringen sie jetzt immer mehr Teile des Landes wieder unter ihre Kontrolle. Schon über 50 Prozent des Landes werden schon jetzt wieder von den Taliban kotrolliert.
 
Und während die ausländischen Truppen abziehen, nimmt die Gewalt zu. Praktisch jeden Tag kommt es zu Anschlägen und gezielten Tötungen. Und vor allem die Frauen geraten in den Fokus der Islamisten. Nicht nur ihre Rechte stehen auf dem Spiel. Oft auch ihr Leben. Unter verschiedenen Hashtags kämpfen mutige Afghaninnen jetzt dafür, ihre Freiheiten nicht erneut zu verlieren.
 
#trending-Reporterin Julia Held ist nach Afghanistan gereist, um mit diesen Frauen zu sprechen. Sie lernt Frauen kennen, die bereit sind ihr Leben zu riskieren für ihren Kampf für eine bessere Zukunft. Und sie erfährt, wie allein gelassen sich Afghanistans Frauen von der Welt fühlen. „Ihr wart es doch, die uns gezeigt habt, was Freiheit bedeutet“, sagen sie. „Jetzt fühlt es sich an, als würden wir wieder zurück in unseren Käfig gesperrt.“