phoenixrunde: Ein Grundgesetz für alle – Was hätte sich der Osten gewünscht?

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Alexander Kähler diskutiert mit: Linda Teuteberg, FDP, Mitglied des Deutschen Bundestages Markus Meckel, SPD, letzter Außenminister der DDR Sergej Lochthofen, Publizist Clemens Kießling, Polit-Podcaster (Podcast „Nach meiner Kenntnis ist das sofort“)

Im Gespräch mit Eva Menasse über Meinungsfreiheit & Bekenntniszwang – Sternstunde Philosophie SRF

Die österreichische Schriftstellerin Eva Menasse ist besorgt: Im Kontext der Debatte um den Gazakrieg sage man lieber nichts mehr über Israel, statt sich den Mund zu verbrennen. Diese Duckmäuserei führe aber nicht zu politischem Fortschritt, sondern zum Zerfall der Öffentlichkeit.

Themen in dieser Folge: 00:00 Was hat es mit dem Bekenntniszwang auf sich? 12:20 Wäre eine Welt ohne Social Media besser? 17:41 Was waren die Vorwürfe an den PEN Berlin bezüglich des Gaza-Krieges? 25:29 Warum Menasse von Kultur-Boykotten nichts hält 47:03 Warum linke Symbolpolitik den Antisemitismus nicht bekämpft Die Klage über das vergiftete Diskursklima gehört mittlerweile zum Grundbestand der Gegenwartsdiagnosen.

Auch die vielfach preisgekrönte Bestsellerautorin Eva Menasse zeigt sich besorgt und warnt vor der Fragmentierung des öffentlichen Raums in einer Digitalmoderne, die von «Brachialvereinfachung» und «Hetzmeuten» dominiert sei.

Als eine der Sprecherinnen des PEN Berlin ist sie insbesondere um die Kunst- und Meinungsfreiheit besorgt. Aberkannte Preise, abgesagte Ausstellungen und ausgeladene Gäste würden auf den ersten Blick das beruhigende Gefühl vermitteln, etwas gegen Antisemitismus, Rassismus oder Transfeindlichkeit getan zu haben. Gegen die Polarisierung bringe das jedoch nichts – im Gegenteil. Vielmehr sieht sie darin einen Bekenntniszwang am Werk, der Ausdruck sei des «würgenden Wunsches, auf der garantiert richtigen Seite zu stehen». Das Resultat: Symbol- statt Sachpolitik. Aber wo verlaufen die Grenzen der Redefreiheit? Und was lässt Menschen einander so missverstehen? Barbara Bleisch hakt nach. Sternstunde Philosophie vom 31.03.2024

Anmerkungen (H.D.):  Eva Menasse hat im Kiepenheuer&Witsch-Verlag das Buch „Alles und nichts sagen. Vom Zustand der Debatte in der Digitalmodere“ publiziert. (s. Leseprobe). In diesem Buch geht sie auch auf den amerikanischen Linguisten John McWhorter und sein Buch „Woke Racism“ ein. McWhorters ist 2022 in einer deutschen Ausgabe mit dem Titel „Die Erwählten: Wie der neue Antirassismus die Gesellschaft spaltet“ erschienen.

Auszug aus einer Rezension im Deutschlandfunk:

Die Erwählten“, im Original: Woke Racism, versteht sich als Streitschrift – polemisch, provokant, mit steilen Thesen, messerscharf beobachtet und geschrieben in einer geschliffenen Sprache, die Kirsten Riesselmann furios ins Deutsche übertragen hat. McWhorter spricht von der Dritten Welle des Antirassismus. Im US-Fernsehen erklärt er: „Die erste Welle kämpfte gegen die Rassentrennung und für das Wahlrecht von Afroamerikanern. Die zweite Welle – in den 1970er- und 1980er- Jahren – ging gegen rassistische Vorurteile vor, mit gemischtem Erfolg. Die dritte Welle des Antirassismus fordert von weißen Amerikanern das lebenslange Bewusstsein für ihre Komplizenschaft, für ihre sogenannte weiße Schuld und ihre weißen Privilegien. Die neuen Antirassisten sind überzeugt: Solange dieser Erziehungsauftrag nicht erfüllt ist, kann es keinen Fortschritt für das schwarze Amerika geben.“

Getrieben werde diese aktuelle Welle vor allem von linksliberalen Weißen, die sich zu Rettern schwarzer Menschen erklärten – eine Haltung, die zutiefst herablassend sei, findet McWhorter, und damit im Kern selbst rassistisch. Seine These: Der neue Antirassismus ist eine Religion. Und seine Anhänger? „Wir müssen diese Menschen sehen als das, was sie sind: Mitglieder einer Sekte, religiöse Fundamentalisten und Fundamentalistinnen“.

Der Atheist McWhorter nennt sie „Die Erwählten“. Sie seien missionarisch, anti-aufklärerisch, intolerant. Sie kultivierten eine Aura der moralischen Überlegenheit, predigten die ritualisiere Buße, praktizierten das Wechselspiel aus Angst und Demut. Der Rassismus-Vorwurf – oder allein die Drohung damit – werde zur wirksamen Waffe.“

Wahlkampagnen von 15 Parteien zur Europawahl 2024

Wahlkampagnen zur Europawahl 2024 der deutschen Parteien

Wie die Bundeswahlleiterin bekannt gab, wurden 35 Parteien und sonstige politische Vereinigungen für die Europawahl 2024 zugelassen.

Die Landeszentrale für Poliitsche Bildung BW gibt einen Überblick über die bisher im Europäischen Parlament vertretenen deutschen Parteien.  Die Reihenfolge der Parteien richtet sich nach der bei der vorangegangene Europawahl 2019 bundesweit erzielten Stimmenzahl.

„Die Klimakrise ist ein Klassenkonflikt“ – Gespräch mit Simon Schaupp über sein neues Buch „Stoffwechselpolitik – Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten“

https://www.youtube.com/watch?v=to6noLO4C5s

Simon Schaupp zu Stoffwechselpolitik | Future Histories S03E08

Future Histories Podcast 473 Aufrufe 17.03.2024 Podcast Episoden

Alle Folgen von Future Histories auf: https://www.futurehistories.today …und auf allen großen Podcast Plattformen. Shownotes Simon Schaupp an der Universität Basel: https://soziologie.philhist.unibas.ch… Schaupp, Simon. 2024. Stoffwechselpolitik Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten. Suhrkamp Verlag: https://www.suhrkamp.de/buch/simon-sc… Schaupp, Simon. 2021. Technopolitik von unten.

https://www.youtube.com/watch?v=9D0d_ROroBc

Die Klimakrise ist ein Klassenkonflikt | mit Simon Schaupp (Jacobin Talks) Jacobin Magazin 5.170 Aufrufe 14.04.2024 Jacobin Talks

Um die Klimakrise zu verstehen, müssen wir auf die Produktion schauen. Der Soziologe Simon Schaupp untersucht in „Stoffwechselpolitik – Arbeit, Natur und die Zukunft des Planeten“ zahlreiche Konstellation des modernen Kapitalismus – vom transatlantischen Sklavenhandel über die Fleischfabriken von Chicago bis zur modernen Bauindustrie. Dabei zeigt er, wie Klassenkonflikte in der Geschichte immer schon von der Natur als eigenem Faktor beeinflusst werden. Sein Fazit: Die Klimakrise lässt sich nur bewältigen, wenn wir unsere Arbeitsbedingungen verändern.

Rezension „Stoffwechselpolitik…“: Portal für Politikwissenschaft

Demokratie und Revolution – taz-Talk zum neuen Buch der Historikerin Hedwig Richter und des ZEIT-Journalisten Bernd Ulrich