Wenn die Brandmauer bröckelt: Wie der Konservatismus auf die extreme Rechte reagiert Rosa-Luxemburg-Stiftung 10.711 Aufrufe
Mit dem Aufschwung der extremen Rechten in Deutschland und Umfragewerten der AfD bei über 20 Prozent, schauen konservative Akteure ganz genau hin, was der rechte Rand vermeintlich richtig zu machen scheint. Der Konservatismus schwankt zwischen Anpassung, Aneignung und Zusammenarbeit und spielt damit das gefährliche Spiel rechter Politik mit. Mit der Veranstaltung am 29. September 2023 wollen wir uns diesem Thema widmen. Welche scheinbaren Politikanreize bieten rechte Akteure in Deutschland und wie reagiert der Konservatismus darauf. Was bedeutet die viel beschworene «Brandmauer nach Rechts» in der politischen Praxis, welche konkreten Fragen stellen sich auf kommunaler Ebene und welche Allianzen kommen auf uns zu?
Es diskutieren: Thomas Biebricher, Professor für Politikwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt am Main und Autor von «Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus» und Martina Renner, Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Bundestag Moderation: Sarah Schulz, Universität Kassel
Zeitanalyse. »Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt« Literaturforum im Brecht-Haus
1.177 Aufrufe Buchvorstellung, Diskussion Aus der Reihe: Zeitanalyse »Oben rechts. Rechtspopulismus als Klassenprojekt« Mit Heinrich Geiselberger und Thomas Biebricher In Diskussion mit Sebastian Friedrich und Nils Schniederjann © Literaturforum im Brecht-Haus.
Konservatismus – Was ist das und warum hat die Ideologie in Deutschland ein Problem? – 03.02.20 Stiftung Demokratie Saarland SDS 11.089 Aufrufe21.02.2020 #CDU#Ideologie
Der Vortrag beginnt bei 02:22 Insbesondere seit der letzten Bundestagswahl und dem vergleichsweise schwachen Abschneiden der Unionsparteien wird immer wieder eine Krise des Konservatismus in Deutschland diagnostiziert: Die Rede ist von der konservativen Entkernung der Union und ihrer gleichzeitigen Sozialdemokratisierung, die vornehmlich der mittlerweile ehemaligen Vorsitzenden Angela Merkel zur Last gelegt wird. Dieser Befund bildet den Ausgangspunkt des Vortrags. Auf der Grundlage einer Klärung des notorisch unklaren Begriffs des Konservatismus und seiner Ausprägung als politische Strömung im deutschen Kontext unternimmt der Vortrag eine Erkundung der Entwicklungsgeschichte und –dynamik des deutschen Konservatismus seit der sogenannten ‚geistig-moralischen Wende‘, die als Label den Kohl-Regierungen der 1980er Jahre angeheftet wurde und als Ausdruck eines geradezu kraftstrotzenden Konservatismus galt, der nicht weniger als ein politisches Projekt verfolgte. Ein genauerer Blick zeigt aber, dass schon damals über das fehlende konservative Profil der Union oder gar das gänzliche Ausbleiben jener ‚Wende‘ geklagt wurde. Genau genommen, so zeigt der Vortrag mit exemplarischen Verweis auf einige wichtige Wegmarken und Entwicklungsschritte, sollte also nicht von einer kurzfristig sich zuspitzenden Krise, sondern von einer längerfristigen Erschöpfung die Rede sein, die den Konservatismus eigentlich schon in den 1980er zu erfassen begann – jedenfalls lange vor Merkel. Die Gründe für diese Erschöpfung arbeitet der Vortrag heraus, bevor er abschließend eine Einschätzung der Zukunftsperspektiven des Konservatismus im Lichte der aktuellen politischen Entwicklungen liefert.
Referent: PD Dr. Thomas Biebricher ist derzeit Postdoktorand im Bereich Politische Theorie am Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘. Davor hatte er diverse Lehrstuhlvertretungen an der Goethe-Universität Frankfurt inne und war 2009-2012 ebenfalls am Exzellenzcluster Nachwuchsgruppenleiter zum Thema ‚Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation‘.
- Zuletzt erschienen von ihm Neoliberalismus zur Einführung, 3. erweitertete Auflage (Hamburg: Junius, 2018); G
- eistig-moralische Wende: Die Erschöpfung des deutschen Konservatismus (Berlin: Matthes & Seitz, 2018) und
- The Political Theory of Neoliberalism (Stanford: Stanford University Press, 2019).
Unser Vortragsprogramm: http://bit.ly/2pPDrSM
BiB 03: „Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus“ mit Prof. Dr. Thomas Biebricher Stiftung Demokratie Saarland SDS 2.863 Aufrufe10.05.2024Blick ins Buch
In der heutigen Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Thomas Biebricher von der Goethe Universität in Frankfurt über sein neues Buch „Mitte/Rechts: Die internationale Krise des Konservatismus“, das 2023 beim Suhrkamp Verlag erschienen ist.
Es geht um die Ursachen des fortschreitenden Verfalls konservativer Parteien in Europa, deren Verhältnis zum Rechtspopulismus und die Frage, was eigentlich typische Merkmale des zeitgenössischen Konservatismus sind. Gerade im Kontext des Aufstiegs der AfD, spricht Prof. Thomas Biebricher über mögliche Strategien der CDU im Umgang mit dem rechten Rand und welche davon erfolgsversprechend sind. Viel Spaß beim Zuhören! Heute: Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus Prof. Dr. Thomas Biebricher Suhrkamp Verlag, 2023 ISBN-13: 978-3-518-43099-6 Kapitel:
00:00 Einleitung 00:41 Zwischen Bewahren & Wandel 02:46 Die Fälle Italien, England & Frankreich 07:12 Konkurrenz von rechts 10:21 Aufgreifen rechter Inhalte 16:02 Zukunftsvision? 19:29 Die Rolle der Ökonomie 25:36 Die Rolle des Sozialflügels 27:26 Die Ära Merkel 31:34 Feindbilder & Kulturkampf 36:59 Populistischer Politikertypus 42:35 Zunehmende Personalisierung 44:49 Die Zukunft der CDU 49:38 Die konservative Mitte 53:07 Verabschiedung
Moderatorin: Dr. Stienke Kalbfuss Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Demokratie Saarland. Dr. Kalbfuss war viele Jahre in unterschiedlichen Ministerien des Saarlands sowie dem saarländischen Landtag tätig. Ihre Aufgaben umfassten in dieser Zeit unter anderem die Pressearbeit der jeweiligen Häuser, die Leseförderung oder Grundsatzfragen.
Prof. Dr. Thomas Biebricher ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Politische Theorie. Nach der Promotion in Freiburg war er von 2003 bis 2009 Gastdozent am Department of Political Science der University of Florida in Gainesville. Zwischen 2009 und 2019 hatte er diverse Positionen an der Goethe-Universität in Frankfurt inne, unterbrochen von einem Forschungsaufenthalt an der University of British Columbia in Vancouver 2014. Ab Mitte 2020 war er Associate Professor for the History of Economic Governance an der Copenhagen Business School.
Inzwischen lehrt als Heisenberg-Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Stiftung Demokratie Saarland – Damit unsere Demokratie lebendig bleibt!
Radikalisierter Konservatismus: Österreich zwischen Krise & rechter Rebellion – Ausnahme&Zustand #35 Rosa-Luxemburg-Stiftung 2.789 AufrufeLive übertragen am 21.12.2021
Österreich taumelt von einer politischen Krise zur nächsten. Erst trat der FPÖ-Vorsitzende Strache nach den Ibiza-Videos zurück, jetzt musste Bundeskanzler Kurz aufgrund seiner Verstrickungen in einem immer weitere Kreise ziehenden Korruptionsskandal den Posten räumen.
Mit ihrem neuen Buch Radikalisierter Konservatismus (Suhrkamp) hat die österreichische Publizistin Natascha Strobl eine analytische Verortung des neuen Gewands des Konservatismus vorgelegt.
In präzisen Vergleichen der medialen Inszenierung von Trump und Kurz beschreibt sie die verschiedenen Dimensionen eines neuen autoritären Staatsprojekts: Mittels bewusstem Regelbruch wird eine Polarisierung der Gesellschaft forciert und eine starke Führungsperson symbolisiert den Wunsch nach einer radikalen Wende, die letztlich in einen antidemokratischen Staatsumbau münden soll. Mit Natascha Strobl wollen wir die aktuelle Lage in Österreich debattieren und auch die Frage beleuchten, inwiefern Potential für einen «radikalisierten Konservatismus» in der CDU der Bundesrepublik besteht


Das
ENDSTATION RECHTS. entstand als Projekt der Jusos Mecklenburg-Vorpommern, die ab dem Jahr 2005 anfangs vor allem über eine erstarkende NPD aufklären wollten. Die Idee verstetigte sich zunehmend und die Internetseite wurde schließlich über das Bundesland hinaus mit Inhalten bespielt, um vor allem rechtsextreme Aktivitäten in den Fokus zu rücken, darüber aufzuklären und zu informieren.