Critical Mass in Kirchheim – Radverkehr stärken

Bei der ersten Critical-Mass-Tour in Kirchheim waren wir mit 150 Radler/innen unterwegs. Für eine Stadt mit ca. 40.446 Einwohnern betrachten wir 150 Teilnehmer/innen beim Auftakt als großen Erfolg.

Wenn wir diese Beteilgung auf Stuttgart mit ca. 632.743 Einwohner/innen (Zahl: Dez. 2017) hochrechnen, müssten es dort 2.346 Teilnehmer/innen sein. Esslingen mit 93.004 Einwohner/innen müsste 354 Teilnehmer/innen mobilisieren.

Im Teckboten hat Andreas Volz einen guten Artikel zu unserer Aktion publiziert: Critical Mass Kirchheim 9.7.19 Bericht Teckbote_20190711_15

Am 13.9.19 wollen wir die Beteiligung vom 9.7.19 halten oder sogar noch steigern. Sie sind/Du bist herzlich eingeladen, (wieder) mitzuradeln.

Das Fahrrad ist das überlegene urbane Fortbewegungsmittel. Es verursacht beim Fahren kein CO2, keine sonstigen Emissionen und keinen Lärm. Es ist günstig(er) in der Anschaffung und im Unterhalt als andere Verkehrsmittel, verbraucht viel weniger Platz und dient unserer Gesundheit.

Jeder Kilometer, der nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rad gefahren wird, spart etwa 150 Gramm CO2 und 0,2 Gramm Stickoxid (Nox). Auf Deutschland hochgerechnet, sparen wir mit einer Stärkung des Radverkehrs bis zu elf Prozent der CO2-Emissionen des werktäglichen Personenverkehrs ein.

Rund die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Strecken sind weniger als fünf Kilometer lang. Damit ist klar: Wer das Klima schützen und für saubere Luft in Städten sorgen will, muss den Radverkehr stärken!

*  „Critical mass (engl., dt. kritische Masse) ist eine weltweite Bewegung, bei der sich … Radfahrer… scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um mit gemeinsamen …Fahrten durch Innenstädte, ihrer bloßen Menge und dem konzentrierten Auftreten von Fahrrädern auf den Radverkehr als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen. …

Mehr als 15 Radfahrer dürfen nach § 27 StVO einen geschlossenen Verband bilden, der allerdings als solcher für andere Verkehrsteilnehmer deutlich erkennbar sein muss. Für diesen Verband gelten sinngemäß die Verkehrsregeln eines einzelnen Fahrzeuges und er hat z. B. – als wäre er etwa ein Sattelzug – in einem Zug über eine Kreuzung mit Ampel zu fahren, selbst wenn diese zwischenzeitlich auf Rot umschaltet. Dies wurde durch ein Urteil des Landgerichts Verden 1989 bestätigt. Für Radfahrer eines Verbandes gilt zudem auch keine ausnahmsweise angeordnete Radwegbenutzungspflicht nach § 2 Abs. 4 StVO und sie dürfen auf der Fahrbahn zu zweit nebeneinander fahren.“ (Quelle: Wikipedia)

Mehr Infos unter: https://www.zeit.de/mobilitaet/2014-06/critical-mass-radfahren-gesellschaft/komplettansicht  und http://criticalmass.de/  

https://www.klimawende.org/so-gehts/vorfahrt-fuer-fahrraeder-erkaempfen/

Video: Critical Mass Münster – Mai 2019 – 150 Teilnehmer/innen

Rettet den Ötlinger CAP-Markt

Das Konzept der CAP-Märkte entstand im Jahr 1999. Es hatte zum Ziel , ehinderten Menschen Arbeitsplätze nahe am allgemeinen Arbeitsmarkt zu bieten. Auf diese Weise werden Lebensmittelmärkte, die von großen Handelsketten aufgegeben wurden, mit neuem Konzept fortgeführt. Auf diesem Weg konnte auch  die wohnortnahe Lebensmittelversorgung auf diesem Wege gesichert werden.

Die CAP-Märkte in Ötlingen, Notzingen, Stetten und Neuhausen haben sich nicht nur zum Ziel gesetzt, behinderte Menschen mit einem Arbeitsplatz zu versorgen, sondern auch die Nahversorgung auch in weniger attraktiven Lagen sicherzustellen.

In Ötlingen bietet der Markt alles, was im Haushalt gebraucht wird. Die angebotenen Nahrungsmittel haben größtenteils BIO-Qualität und sind wenn möglich aus der Region. Die CAP-Märkte arbeiten aus mehreren Gründen (Lage; Umsatz; niedrige Discounterpreise etc.) nicht kostendeckend Deshalb haben andere private Handelsketten kein Interesse an diesen Stadtorten. Sie würden diesen Beschäftigen keinen Arbeitsplatz anbieten.

Für die eine an einer wohnortnahen Versorgung interessierte Bürgerschaft stellten sich folgende Fragen:

  • Ist es nicht die Aufgabe einer Kommune, eine funktionierende Infrastruktur in den Stadtteilen sicherzustellen?
  • Darf sie dem Ladensterben tatenlos zusehen oder hat sie die Verantwortung, auch für weniger mobile Bürger die Versorgung in ihrem Stadtteil sicherzustellen?
  • Eine nachhaltige Stadt Kirchheim braucht die Nahversorgung im Stadtteil. Wie sonst soll der Autoverkehr verringert werden, wenn die fußläufige Versorgung fehlt?

Der CAP-Markt bietet an, den Laden mindestens 10 Jahre zu betreiben.

Für einen Zuschuss von umgerechnet 2.500 Euro monatlich (pro Jahr 30.000; auf 10 Jahre hochgerechnet 300.000 Euro) hätte Kirchheim für die Ötlinger Bürger*innen eine erstklassige Versorgung erhalten können. Dem dem Gemeinderat war diese Investition in die Zukunft zu hoch.

Die anderen Kommunen mit CAP Märkten haben ihre finanzielle Unterstützung zugesagt (s. Bericht Stuttgarter Zeitung).

Leider hat eine Mehrheit im Gemeinderat Kirchheim die Unterstützung versagt.  Kirchheim geht damit das Risiko ein, dass der CAP Mark in Ötlingen schließen muss. Dies ist weder für die Beschäftigen noch für ein klimafreundliches Ötlingen eine zukunftsweisende Entscheidung.

Eine Initiative sammelt Unterschriften, um den Gemeinderat zur Revision seines Beschlusses zu bewegen: Aufruf“ Rettet den CAP-Markt“ mit Unterschriftenliste  .

Außerdem wurden bereits einige Leserbriefe im Teckboten publiziert:Leserbrief H. Brinker zum Erhalt des CAP_Marktes in Ötlingen